Getan
Baustellenbericht


Ein neues Leben für alte Strukturen

Autor : M. Buchegger — 18.10.2022


9 Bilder
Das Zürcher Limmatquai bildet eine der Hauptschlagadern im Stadtbild der

Stadt Zürich.

Parallel zum Zürcher Niederdorf verlaufend, verbindet es das Zürcher Central
mit dem geschichtsträchtigen Bellevue und dem daneben liegenden

Sechseläutenplatz.

Die berühmte Flaniermeile entlang unzähliger Einkaufsläden, Restaurants und
Bars, zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher an und lädt zum gemütlichen

Verweilen ein.

An jenem Punkt, bei welchem die Limmat aus dem Zürichsee mündet und
jedes Jahr am Sechseläuten die Zürcher Zünfte ihre bunten Trachten zur Schau
stellen, gibt es aber noch weit mehr zu sehen. Dicht aneinander zwängen sich
die mittelalterlichen Altstadthäuser entlang der engen Gassen des Niederdorfs,
ehe sich das Bild in Richtung Bellevue wieder weitet.

Hier steht es: Das ehemalige Hotel Goldene Krone, auch bekannt als der
Zürcherhof.

1837 als Ersatzbau für die mittelalterlichen Häuser Einsiedlerhof und Reblaube
errichtet, ragt der mächtige Bau an der Achse zwischen Bellevue und
Grossmünster empor.

1907 wurde das Gebäude in ein Geschäftshaus umgebaut, mit Kino und Café.
Leider fielen viele der Jugendstilelemente der alten Fassade den späteren

Umbauten und vor allem der Purifizierung in den 1920er-Jahren zum Opfer.

Ziel der laufenden Sanierung ist die Erfüllung zeitgemässer
Nutzungsanforderungen bei einem gleichzeitig respektvollen Umgang mit dem
Bestand. Die unverwechselbare und charaktervolle Ausstrahlung des Zürcherhof
soll dabei zurückgewonnen werden. Die gesamte Sanierung erfolgt in enger
Zusammenarbeit mit der städtischen Denkmalpflege.

Die Firma ABRAG hat den Zuschlag für die Entkernung, sowie für die
statischen Rückbauarbeiten durch die Firma Spleiss erhalten.

Von Januar bis August 2022, hat unsere Rückbau-Equipe das
achtgeschossige Gebäude vom UG – DG bis auf die rund 200 jährige Rohbausubstanz
entkernt. In dieser Zeit haben wir rund 1‘000m3 Inert, 500m3 KVA-Material,
700m3 Mischabbruch und in enger Zusammenarbeit mit dem vor Ort tätigen Team der
Kantonsarchäologie Zürich, rund 400m3 Aushub aus dem Gebäude entfernt.

Im Zusammenspiel mit dem Baumeister und den vor Ort tätigen
Zimmermänner werden nun sämtliche Holzbalkendecken komplett freigelegt, ehe
danach vom UG an aufwärts die neuen verstärkten Decken in die bestehende
Tragkonstruktion eingelegt werden.

Unsere eigens für diesen Einsatz geschulten Mitarbeiter sind bei dieser
schwindelerregenden Arbeit in der Höhe durch ein Lifeline-Höhensicherungssystem
gesichert. 

Durch die langjährige Erfahrung mit hochkomplexen Objekten von diesem
Format konnte unser Rückbau-Team unter der Anleitung von unserem Bauführer
Philippe Käser die sichere und saubere Ausführung dieses Rückbaus zu jeder Zeit
sicherstellen. Wir sind stolz, einen grossen und wichtigen Beitrag zur Revitalisierung
dieses geschichtsträchtigen Altstadtgebäudes beitragen zu dürfen.

Einige Kennzahlen:
Inertmateriel + Gipsabbruch: 1'000m3 à Triage und Deponie durch Schneider UmweltserviceMischabbruch sauber: 700m3 à 100% Wiederverwendung als RC Kies durch Schneider UmweltserviceKVA Material: 500 m3 à 100% Zuführung in KVA Anlagen der Umgebung

Quellenverweis: SPPA Architekten

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